Oktober 12, 2023
Whatsappstatus als Recruitingmaßnahme? So gewinnen Kommunen Fachkräfte.

Von:

Jana

Beim Future Mobility Summit vom Tagesspiegel am 27. September 2023 stand dieses Jahr das Fahrrad stärker im Fokus auch dank des VeloLabs Recruiting Workshops mit den beeindruckenden Beispielen aus Baden-Württemberg und Hessen: Antje Quitta, Radverkehrsbeauftragte beim Regionalverband FrankfurtRheinMain, und Salome Haar, Teamleitung Recruiting und Ausbildung bei der Stadt Herrenberg. Unser Thema? Der grassierende Fachkräftemangel in Kommunen und die kreativen Wege, die wir beschreiten können, um diesem Problem zu begegnen, die Mitarbeiterbindung zu stärken und die Fluktuation niedrig zu halten.

Während unseres Gesprächs eröffneten sich spannende Erkenntnisse und innovative Ideen, die wir gerne teilen möchten. Hier sind unsere Takeaways:

 

1. Gemeinsame Sache machen: Fach- und Personalabteilung im Einklang

Der erste Eindruck zählt. In der Welt der Stellenanzeigen bedeutet das, dass Fach- und Personalabteilungen enger zusammenarbeiten sollten. Nur so können sie die perfekte Ansprache finden, um die neuen Talente anzulocken.

Hilfreich ist z.B., wenn sich die Fachabteilung mit der Personalabteilung abstimmt, um den Arbeitsalltag möglichst genau zu beschreiben, um damit auch die Stimmung der jeweiligen Abteilung zu zeigen. Nur so kann sich der/die Bewerber:in ein gutes Bild vom zukünftigen Arbeitsumfeld machen.

 

2. Sprache, die begeistert: Motivation in Stellenanzeigen

Wie oft haben Sie eine Stellenanzeige gelesen und fühlten sich von einem Berg von Anforderungen überwältigt? Antje Quitta und Salome Haar betonen, dass motivierende Sprache der Schlüssel ist. Stellenanzeigen sollten so formuliert sein, dass sie alle wichtigen Informationen enthalten, ohne einschüchternd oder unverständlich zu wirken.

Schon beim Lesen sind viele Stellenanzeigen lang und sperrig – besser kürzen, aktiv formulieren und wirklich Lust auf die Stelle machen. Hier gibt es großes Veränderungspotenzial in ganz kleinen Schritten.

Lang und schwerverständlich oder kurz und knackig?

 

3. Realismus im Aufgabenfeld: Keine Stabstellen für Superhelden

Ein weiterer wichtiger Aspekt, den wir diskutierten, ist die realistische Einschätzung des Aufgabenfeldes. Es ergibt keinen Sinn, Stellen zu schaffen, bei denen eine einzelne Person riesige Aufgaben ohne Unterstützung und Team bewältigen muss. Die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen anstatt losgelöster Stabstellen ist der Schlüssel.

Das Stichwort ist hier: Fachkräfte halten. Gut gebaute Arbeitsstrukturen, eine inhaltlich und kommunikativ gut eingebettete Stelle erhöhen die Chance, dass die Fachkräfte lang bei ihrem Arbeitgeber bleiben.

 

4. Generationenwandel akzeptieren: Fluktuation als Chance

Eine Erkenntnis, die besonders herausstach: die jüngere Generation bleibt nicht mehr 30 Jahre beim gleichen Arbeitgeber. Salome Haar betonte die Notwendigkeit, sich auf eine höhere Fluktuation einzustellen. Dies bedeutet, dass Unternehmen sorgfältige Übergabeprozesse entwickeln sollten, um wertvolles Wissen zu bewahren.

 

5. Der WhatsApp-Status als Recruiting-Tool? Innovation ist gefragt!

Eine ganz neue Idee, die während unseres Gesprächs aufkam, war die Verwendung von WhatsApp-Statusmeldungen für Stellenausschreibungen. Die herkömmlichen Recruiting-Methoden müssen hinterfragt werden, und Personalabteilungen sollten mutig sein, um neue Wege zu beschreiten.

Dieser spannende Workshop hinterließ uns nicht nur mit einer Fülle von Ideen, sondern auch mit kritischen Gedanken über die aktuellen Recruiting-Strukturen. Vor allem eins haben wir gelernt: Nicht nur in der freien Wirtschaft, sondern auch für Kommunen gibt es noch viele neue Möglichkeiten, um Bewerber:innen anders und erfolgreich anzusprechen und sie dauerhaft zu halten. 

Unsere Blitz-Umfrage zu Beginn der Diskussion wies darauf hin, dass es auch hier noch eine Datenlücke gibt. Oft wissen Kommunen gar nicht, wie viele Stellen offen sind und wie lange sie brauchen, um diese zu besetzen. Während die Stadt Herrenberg anstrebt, offene Stellen in 6-8 Wochen zu besetzen, wurde in der Diskussion auch von 6 bis über 12 Monate gesprochen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie wollen das Thema weiterverfolgen? Kommen Sie zur Fahrradkommunalkonferenz nach Regensburg am 23. und 24. November. Sie können sich hier anmelden.

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